vegane gemüse schüssel

Übersicht über den Trend veganer Ernährung

Vegane Ernährung ist heutzutage wohl jedem ein Begriff. Seit nun etwas weniger als 80 Jahren gibt es den Begriff, der durch Donald Watson geprägt wurde und für eine rein pflanzliche Ernährung steht. Anders als beim Vegetarismus werden bei veganer Ernährung auch tierische Produkte, wie zum Beispiel Milch und Eier abgelehnt. Hier wird also nicht nur auf den Fleischkonsum verzichtet.

Die Anzahl von Menschen, die sich vegan ernähren wächst stetig. So sind nach Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach in den Jahren 2016 bis 2020 die Anzahl der Veganer in Deutschland um etwa 41,25% angestiegen.

veganer in deutschland
Erhoben durch Institut für Demoskopie Allensbach

Mit der wachsenden Anzahl an Veganern, wächst natürlich auch die Nachfrage nach veganen Produkten, die gänzlich auf tierische Inhaltsstoffe verzichten. Dies spiegelt sich auch im Umsatz vegetarischer und veganer Produkte. So hat sich der Umsatz einer Studie von Nielsen zufolge in den Jahren 2017 bis 2019 um 65.62% erhöht.

umsatz vegetarischer und veganer produkte in deutschland
Erhoben durch Nielsen

Es gibt also einen klaren Trend nach oben, was vegane und vegetarische Alternativen zu Fleisch und Tierprodukten betrifft. Sehr lobenswert in Betracht auf die Emissionswerte des Klimawandels und des Impakts der Fleischindustrie.

Auch für die Gesundheit hat die vegane Ernährung viele Vorteile. Jedoch ist es für verschiedene Nährstoffe besonders schwer alternative Bezugsquellen auf pflanzlicher Basis zu finden. Diese Nährstoffe kommen größtenteils nur in tierischen Produkten vor und können zu Defiziten führen, welche sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Genau da kommen Algen ins Spiel. Sie bieten viele attraktive Quellen dieser fehlenden Nährstoffe, welche terrestrische Pflanzen nur in geringen Quantitäten liefern können. In dem folgenden Abschnitt erläutern wir genauer um welche Nährstoffe es sich handelt, welche bei veganer Ernährung oft fehlen, was ihre jeweiligen Rollen im Körper sind und welche Algen diese Nährstoffe liefern können.

Welche Nährstoffe können von Algen geliefert werden zur Unterstützung veganer Ernährung?

Die vegane Ernährung ist grundsätzlich sehr gut, bietet einige Vorteile für die Gesundheit und die Umwelt, wie zum Beispiel:

  • reicher an verschiedenen Nährstoffen
  • geringeres Risiko für Herzerkrankungen
  • niedriger Blutzucker
  • kleinerer ökologischer Fußabdruck

(In den Quellen unter „Gesundheitliche Vorteile“ und „Auswirkung auf ökologischen Fussabdruck“ können Sie sich mehr dazu informieren)

Die vegane Ernährung hält also viele Vorteile bereit für uns Menschen, aber auch für die Umwelt und für die kommenden Generationen. Es ist also ratsam und auch notwendig diese weiter zu fördern und gezielt nach Alternativen zu suchen. Vor allem in den Bereichen, wo es schwer ist pflanzliche Alternativen zu finden.

Hier bekommen Sie einen Überblick über diese Nährstoffe, welche oft zu Defiziten führen. Sie werden dann in den folgenden Abschnitten noch konkreter erläutert.

Nährstoffe welche schwer auf Pflanzen zu beziehen sind:

  • Vitamin B12
  • Omega-3 Fettsäuren
  • Eisen
  • Zink
  • Kalzium
  • Jod

Vitamin B12

Vitamin B12 hat einige sehr wichtige Aufgaben im Körper. Unter anderem beeinflusst es die Zellteilung und -differenzierung, was wiederum bei der Reifung und Bildung roter Blutkörperchen wichtig ist. Außerdem hat es einen Einfluss auf den Aufbau der Nervenzellen im Rückenmark und spielt eine Rolle bei vielen Reaktionen im Nukleinsäuren- und Eiweißstoffwechsel.

Wohl die größte Quelle für Vitamin B12 liegt vorwiegend in tierischen Produkten, wie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier und Milchprodukte. Der Grund dafür, die Verbindungen, welche als Vitamin B12 zusammengefasst werden, werden nur von Bakterien und Blaualgen produziert. Diese Blaualgen und Bakterien werden durch die Nahrung von Tieren aufgenommen und reichern sich daraufhin in Ihnen, sodass Vitamin B12 vorwiegend in tierischen Lebensmitteln zu finden ist.

Tagesbedarf

  • 1-7 Jahre: 1,5-2,5 µg pro Tag
  • 7-13 Jahre: 2,5-3,5 µg pro Tag
  • Jugendliche und Erwachsene: 4,0 µg pro Tag
  • Schwangere: 4,5-5,5 µg pro Tag

Meeresalgen wie Nori (38 mg/100g*) und Blaualgen an sich, wie Spirulina, können helfen den Vitamin B12 Haushalt im Körper bei einer veganen Ernährung zu unterstützen. Sie können jedoch nur eine helfende Rolle einnehmen und nicht die komplette Supplementierung ersetzen. Nori eignet sich beispielsweise zur Formulierung von Suppen Rezepten. Spirulina hingegen eignet sich hervorragend für Gemüse Smoothies.

Omega-3 Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu welchen die Omega-3 Fettsäuren DHA, EPA und ALA zählen, spielen eine essentielle Rolle beim Erhalt der Hülle unserer Zellen. Dadurch bildet sich ein Schlüsselteil zum Bau der Zellmembran.

Omega-3 Fettsäuren sind bekannt als das gesunde Fett in Fischen, wie zum Beispiel Lachs. Aber auch pflanzliche Quellen, wie Leinöl sind bekannt dafür. Die Hauptquelle dafür bildet Fisch und ist daher für eine vegane Ernährung nur schwer zu erschließen.

In unserem Blog „Alternative DHA und EPA Quellen aus Mikroalgen“ erläutern wir spezifisch welche wichtigen Funktionen Omega-3 Fettsäuren in unserem Körper erfüllen, und warum Algen eine ideale pflanzliche Alternative zu Fisch bieten.

Interessant ist Omega-3 aus Algen bei der Produktion von Babynahrung, da die ungesättigten Fettsäuren sehr wichtig zu einer gesunden Entwicklung von Säuglingen und Kleinkinder sind. Natürlich sind sie auch für Jugendliche und Erwachsene essentieller Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

Eisen

Eisen spielt eine wichtige Rolle in unserem Körper. Es ermöglicht den für das Überleben unerlässlichen Sauerstofftransport. Dank des Eisens kann sich der Sauerstoff, welcher über die Lungen aufgenommen wird, an die roten Blutkörperchen binden, durch den Körper transportiert und für die Energiegewinnung genutzt werden.

Die effizienteste Quelle für Eisen sind Fleischprodukte. Genau wie bei uns Menschen ist es auch für die Tiere lebensnotwendig und deshalb höher konzentriert vorhanden als in Pflanzen.

Tagesbedarf

  • Kinder: 8 bis 10 mg pro Tag
  • Erwachsene: 10 bis 15 mg pro Tag

So bietet sich beispielsweise die Meeresalge Ulva rigida (100mg/100g*) als Zutat für Salatmischungen an. Wie der Name „Meeressalat“ bereits andeutet lässt sie sich gut darin integrieren.

Zink

Zink hat Einfluss auf mehrere wichtige Funktionen im Körper. Es trägt zu dem Wachstum der Zellen bei und hilft bei der Wundheilung. Aber auch unser Immunsystem profitiert vom Zink und wird dadurch unterstützt. Es ist besonders wichtig regelmäßig Zink durch die Nahrung aufzunehmen, da der Körper dieses Element nur in geringfügigen Mengen speichern kann.

Der wichtigste Lieferant für das Spurenelement Zink ist Fleisch. Vor allem Rind, Schwein und Geflügel. Zink kommt auch in Pflanzen vor, doch die Aufnahme durch den Körper wird dabei oft vom Stoff Phytat gehemmt. Dieser wird von den Pflanzen zur Photosynthese benötigt und bindet im menschlichen Körper das Zink, wodurch es weniger effizient vom Körper aufgenommen werden kann als Fleisch.

Tagesbedarf

  • 0-1 Jahre: 1,5-3 mg pro Tag
  • 3-9 Jahre: 3-6 mg pro Tag
  • 10-14 Jahre: 9-12 mg pro Tag
  • Jugendliche: 14 mg pro Tag
  • Erwachsene: 1-16 mg pro Tag (je nach Phytatzufuhr)

Fucus vesiculosus (13,1mg/100g*) auch bekannt als Blasentang, eine Meeresalge, welche sich gut zur Verwendung in Nudel- und Suppen Rezepturen eignet. Aber auch für etwas außergewöhnliche Produktentwicklungen, wie zum Beispiel einer Gemüsequiche kann diese Meeresalge als zusätzlicher Zinklieferant beitragen.

Kalzium

Fast jeder hat schon einmal im Leben gehört, dass Kalzium die Knochen stark macht. Dies wird nicht grundlos erzählt, denn Kalzium ist maßgeblich für die Entstehung, das Wachstum sowie die Neubildung von Knochen und Zähnen verantwortlich. Es trägt aber auch für die Stabilisierung der Zellwände bei und sorgt unter anderem für die Blutgerinnung.

Kalzium bildet den häufigsten Mineralstoff im Körper. Um die 1-1,5 kg sind im Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen vorhanden. Der meiste Teil davon befindet sich in den Knochen und Zähnen.

Die Hauptquelle für Kalzium sind Milchprodukte. Aber auch in hartem Trinkwasser und verschiedenen Gemüsesorten findet man den Mineralstoff.

Tagesbedarf

  • 10-12 Jahre: 1100 mg pro Tag
  • 13-18 Jahre:  1200 mg pro Tag
  • Erwachsene: 1000 mg pro Tag

Lithothamnium calcareum Pulver ist zwar keine Alge an sich, weist aber wie der Name „calcareum“ andeutet, einen sehr hohen Anteil an Kalzium auf. Es eignet sich durch seinen neutralen bis leicht algigen Geschmack gut als Zusatzmittel, um den Kalziumgehalt von Gerichten aufzuwerten, ohne den Geschmack zu sehr zu beeinflussen.

Jod

Das essentielle Spurenelement Jod ist wichtig für die Bildung von Schilddrüsenhormonen, die für die Regulierung des Stoffwechsels benötigt werden. Es beeinflusst außerdem die Funktion des Nervensystems und spielt eine Rolle bei den kognitiven Fähigkeiten. Hinzu kommt der Einfluss auf den Energiestoffwechsel unseres Körpers.

Die Hauptlieferanten für Jod sind Seefische und Meerestiere sowie Milchprodukte. Auch Spinat kann einen hohen Gehalt an Jod vorweisen, jedoch ist der Jodgehalt von Gemüse stark region basiert. Verschiedene Regionen haben mehr Jod-haltige Böden  als andere. In Meerwasser hingegen ist immer reichlich Jod vorhanden, was sich positiv auf den Jodgehalt von Algen auswirkt.

Tagesbedarf

  • 7-11 Monate: 70 Mikrogramm pro Tag
  • 1-14 Jahre: 90 bis 120 Mikrogramm pro Tag
  • Jugendlichen und Erwachsenen: 130 bis 150 Mikrogramm pro Tag

Alle Meeresalgen weisen eine mehr oder weniger hohe Konzentration an Jod auf. Dadurch eignen sie sich hervorragend für eine Vielfalt an Produktentwicklungen. Da Meeresalgen in ihren Geschmäckern von süß, über salzig bis hin zu umami und pfeffrig variieren können, lassen sie sich gut in die Produktentwicklung integrieren.

Algen als hilfreiche Helfer bei veganer Produktentwicklung

Die vegane Ernährung bietet viele Vorteile und ist vor allem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wenn es um Klima-Neutralität und eine ethische Ernährung geht. Außerdem ist der Trend nicht zu übersehen, dass sich immer mehr Menschen für diese Lebensweise interessieren und sie auch leben.

Algen können eine Schlüsselrolle einnehmen. Der Platz auf der Erde ist begrenzt und die Weltbevölkerung wächst beständig. Die Ozeane bieten viele Möglichkeiten dazu umweltbewusste Alternativen zu bieten, um dem wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln und den lebenswichtigen Nährstoffen zu bieten ohne dabei die Meere leer zu fischen.

Wir von Alganex hoffen mit unserem Angebot die Welt zu einem besseren und nachhaltigeren Ort zu machen und Ihnen dabei zu helfen Produkte für diesen wachsenden und zukunftsweisenden Markt zu entwickeln.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Herstellung von neuen veganen Rezepturen.

*Alle Mengenangaben der Inhaltsstoffe beziehen sich auf die Analysewerte unserer Algen. Diese sollten nicht als Standardwerte verstanden werden, da Algen natürliche Produkte sind, deren Inhaltsstoffe je nach Ort und Jahreszeit variieren können.

Quellen & Referenzen:

Ursprung des Wortes „vegan“:

https://www.dictionary.com/e/veganism/

Statistiken:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/173636/umfrage/lebenseinstellung-anzahl-vegetarier/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/445155/umfrage/umfrage-in-deutschland-zur-anzahl-der-veganer/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/515770/umfrage/umsatz-mit-vegetarischen-und-veganen-lebensmitteln-in-deutschland/

Auswirkung auf ökologischen Fussabdruck:

https://www.independent.co.uk/life-style/health-and-families/veganism-environmental-impact-planet-reduced-plant-based-diet-humans-study-a8378631.html

Gesundheitliche Vorteile:

https://www.healthline.com/nutrition/vegan-diet-benefits#TOC_TITLE_HDR_4

Probleme veganer Ernährung:

https://www.nzz.ch/wissenschaft/wie-gesund-ist-vegane-ernaehrung-ld.1588448

B12 Informationen:

https://www.netdoktor.de/ernaehrung/vitamin-b12/

B12 in Nori:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4042564/

Eisen Informationen:

https://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/eisen

Eisenbedarf:

https://www.bfr.bund.de/cd/28366

Zink Informationen und Bedarf:

https://www.netdoktor.de/ernaehrung/zink/

Zink in Fucus vesiculosus:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15111037/

Kalzium Informationen:

https://www.gesundheit.de/ernaehrung/naehrstoffe/mineralstoffe-und-spurenelemente/kalzium

Kalziumbedarf:

https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/calcium/

Jod Informationen:

https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/funktion-der-schilddruese/bedeutung-des-jod-fuer-die-schilddruese/

https://www.eucell.de/ernaehrung/ernaehrungslexikon/spurenelemente/jod/wirkung.html

Jodbedarf:

https://www.bfr.bund.de/cm/343/jodversorgung-in-deutschland-wieder-ruecklaeufig-tipps-fuer-eine-gute-jodversorgung.pdf